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Lauter Verrückte

Theater-AG des MSG spielt "Was ihr wollt"

Im Margarete-Steiff-Saal des Giengener Gymnasiums ist gedämpftes Licht, die kleine Bühne wird von grünen und roten Scheinwerfern beleuchtet. "Warte noch; ich bitte dich, sage mir was du von mir denkst?" "Ich denke, ihr denkt, ihr seyd nicht was ihr seyd."

Shakespeare also. Von dem spielt die Theater-AG des MSG in diesem Jahr "Was ihr wollt". Eine Komödie, und die haben sich die Nachwuchs-Schauspieler auch ausdrücklich gewünscht. Nicht nur, weil die beiden Regisseure, Irmgard Pflüger und Felix Rieckmann, große "Shakespeare-Fans" sind, sondern auch, weil sich die Schüler einfach für das Theaterstück an sich begeistern konnten. In dem stehen eine unerwiderte Liebe, ein Geschwisterpaar und ein Eifersuchtsdrama im Mittelpunkt, das Ganze ist "lustig, ein bisschen romantisch und immer wieder kommt irgendein Brüller", erklärt Patrick Neumann, der den Junker Tobias von Rülp spielt.

Er ist einer der wenigen Jungen, die bei der Inszenierung beteiligt sind. Während zu Zeiten Shakespeares ausnahmslos alle Rollen, auch die weiblichen, von Männern verkörpert wurden, ist es beim MSG genau andersherum: Hier sind viele Männerrollen mit Schülerinnen der Mittel- und Oberstufe besetzt.

Textlich und sprachlich orientiert sich die Theater-AG vornehmlich am Original. Gekürzt haben die Regisseure zwar, von rund 80 auf 60 Seiten, doch blieb die besondere Shakespearesche Sprache dabei erhalten. Mit der haben die Schauspieler mittlerweile auch keine Probleme mehr: "Wenn man den Text nur liest, versteht man manches nicht, wenn man es dann aber spielt, schon", sagt Lena-Sophie Jahn, die die Rolle des Narren spielt.

Der Text muss bei der Premiere am 5. Juli in jedem Fall sitzen, denn mit improvisieren kommt man dann nicht mehr weiter. Nach dem bestandenen Abi begann auch die heiße Probephase, und Regisseurin Irmgard Pflüger macht deutlich: "Wir mussten nochmal richtig ranklotzen."

Das gilt auch für die Technik-AG, die sich unter anderem für den richtigen Einsatz des Lichts verantwortlich zeigt. Das nimmt bei "Was ihr wollt" eine größere Rolle ein, als beispielsweise das Bühnenbild, das, wie bei Shakespeare oft so üblich, ganz schlicht daher kommt: Lediglich zwei als "Blütenträume" fungierende Pril-Blümchen und eine weiße Bank teilen sich den Platz auf der Bühne. So haben die Schauspieler nicht nur ausreichend Raum für ihr Spiel, sondern liegt der Fokus auch ganz auf ihrem Agieren und Artikulieren.

Was das Publikum will, wissen die 18 Schauspieler und die weiteren zehn Beteiligten natürlich noch nicht. Was die Zuschauer erwartet, dagegen schon: Eine heitere, tragische Komödie mit allerlei Irrungen und Wirrungen, bei der am Ende zu Recht gefragt wer den kann: Sind denn alle verrückt geworden?

Julia Schollbach

Info "Was ihr wollt" hat am Montag, 5. Juli, ab 20 Uhr Pre-miere. Weitere Vorstellungen: 8., 9., 14. und 16. Juli, ab 20 Uhr im Margarete-Steiff-Saal des MSG Giengen. Reservierung über das Sekretariat, Tel. 07322.963512, oder unter www.theater-msg.de

(Heidenheimer Zeiung - Samstag, den 03. Juli 2010)