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HNP Juni 2000

Junge Menschen entdecken sich selber.

So viel Theater an den Schulen: Irmgard Pflüger tut's seit 24 Jahren am Giengener Margarete Steiff-Gymnasium 

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Schultheater und was dahinter steckt: An einigen Schulen im Landkreis Heidenheim spielt das Schultheater als freie Arbeits­gemeinschaft eine beträchtliche Rolle. Immer wieder liest man von ganz beachtlichen, beach­tenswerten Schüleraufführungen - eigenständige Beiträge für das Kulturgeschehen im Landkreis. In der heute beginnenden Serie werden einige profilierte Lehrer mit ihren Projekten vorgestellt. Die einzelnen Porträts werden in unregelmäßigen Abständen er­scheinen.

Alles begann vor 23 Jahren im Deutschunterricht einer elften Klasse. Irmgard Pflüger war ge­rade ein Jahr am Giengener Margarete-Steiff-Gymnasium tätig, als sie die Schüler darum baten, ein Theaterstück einzu­studieren.

Zunächst war die Deutsch- und Englischlehrerin nicht so be­geistert, hatte sie doch keinerlei Theatererfahrung. Sie ließ sich trotzdem überreden, und so fan­den sich sechs Schüler unter ihrer Leitung im August 1977 zusammen. Die Theater-AG war geboren.

Man begann mit einfachen thea­terpädagogischen Grundübun­gen, die sich I. Pflüger aus Bü­chern aneignete.

Kurz darauf stand das erste Stück auf dem Programm: „Die kahle Sängerin" wurde 1978 in der Schule sowie auf den ersten Ulmer Schultheatertagen vorge­führt. Darauf folgten nun jähr­lich neue Inszenierungen, bei denen sie oftmals von Kollegen unterstützt wurde. 1985 erhielt die AG für das Stück „Der Betrüger von Ephraim Kishon den Kultur­preis der Stadt Giengen. Son- , derpreise für Ensembleleistung, für Mimik und Gestik folgten. In den folgenden Jahren wurden die aufgeführten Stücke immer öfter mit Preisen belohnt, unter anderem auch mit dem Haupt­preis im Eachschultheater. Teil­nahmen an den Ulmer Theater­tagen und an den Ostalbtheater­tagen blieben keine Seltenheit mehr. *

Für die Oberstudienrätin bedeu­tet ihre Arbeit auch nach 23 Jahren immer wieder eine neue Herausforderung. Nicht zuletzt,weil die AG jedes Jahr aus einer neu formierten Gruppe besteht. Sie legt Wert darauf, jedem Schüler ab JGS 9 die Teilnahme an der AG zu ermöglichen. Die engagierte Lehrerin ist über­zeugt davon, dass das Theater­spiel eine Chance für jeden be­deutet, sich selbst zu verwirk­lichen. Für den Schüler bietet sich die Möglichkeit, ungeahnte Seiten an sich zu entdecken. „Theaterspielen ist oftmals bes­serer Deutschunterricht." Die Stücke wählt die Regisseu­rin zusammen mit ihren Schü­lern aus. Dabei wird darauf ge­achtet, möglichst junge, unbe­kannte Stücke zu finden: der künstlerischen Freiheit wegen. Die Aufführungen und Proben finden immer noch im kleinen Saal des MSG statt. Spontanität und Impulsivität, was das Schultheater eigentlich aus­macht, kann so dem Zuschauet nahegebracht werden. Das seit Jahren bestehende Stammpubli­kum dankt es ihnen. Seit 1991 ist die Gruppe Mit­glied im Bund deutscher Ama­teurtheater. Dies ist vor allem wichtig, um aktuelle Informa­tionen im Bereich Theater zu er­halten.

Die Oberstudienrätin hat sich aber nicht nur auf ihr Schul­theaterprojekt beschränkt. Lan­ge Jahre pflegte sie in Work­shop-Tätigkeiten den Kontakl zum Ulmer Theater. Letzte* 'Jahr war sie dort sogar Grün­dungsmitglied des sogenannter „Jungen Forums", der neuester und kleinsten Sparte des Ulme] Theaters.

Wie man sieht, hat das Theatei einen großen Platz in Irmgarc Pflügers Leben eingenommen Und so denkt sie auch nocl nicht so schnell ans Aufhören Vor allem, weil auch immer wie­der das Interesse und das Nach­fragen der Schüler Ansporn be­deutet. Und somit ist es der AC auch diesmal wieder gelungen ein Stück auf die Beine zu stel­len: „Siebentens: Stiehl ein bisschen weniger" von Dario Fo. Die derzeit 37 Schüler umfassende AG erarbeitet das Schauspiel in zahlreichen Proben in ihrer Freizeit.

Die Premiere findet am Freitag, 30. Juli (20 Uhr) im Margarete-Steiff-Saal der Schule statt. Der Eintritt ist frei.                    akb/s